Proximate – FFAA III

July 11 – July 19

Installationen , Konzerte, OpenSoundLAB mit
Workshops, Interventionen und Lektures
@ UFA Palast, Köln

Die Sammlung, die Umwandlung, ein wohlüberdachter Missbrauch, die Verortung und die performative Kontrolle bzw. deren Verlust als Strategie der Klangerzeugung: am Sonntag eröffnet das Festival für angewandte Akustik mit fünf verschiedenen Positionen der Klangerzeugung und Erforschung seine Pforten. Nicht zuletzt freuen wir uns, dass der Dialog in Form improvisierter improvisierender Duos Einzug gehalten hat.

Aufgrund simultaner Konzertplanung proben wir zwischendrin spontan den Aufstand im alltäglichen Ringleben mit einer akustischen Intervention des gleichzeitig stattfindenden “Feral Chor” von Phil Minton.

Elektronentoto, Therese Schuleit, Festival for applied Acoustics, Soundart

Zwischen Großraumdisko und Designeroutlet eröffnet am 07. Juni 2011 im ehemaligen UFA-Palast auf dem Kölner Ring das zweite Festival für angewandte Akustik. In den 14 Kinosälen haben sich experimentelle Installationen und Konzerte rhizomartig zum Thema proximate/digest ausgebreitet. Die Arbeiten der Studenten sind im Semester auf den Ort bzw. das Thema zugeschnitten worden.
Legt man das Ohr auf das Holz, den Asphalt, an die Haut seines Gegenüber hört man die Holzwürmer raspeln, die Kanalrohre arbeiten oder den Puls rauschen. Das Festival für angewandte Akustik thematisiert mit seinem städtisch verankerten, rhizomartigen Charakter Schnittstellen zwischen Material und Sound, Handlung und Klangerzeugung und knüpft an das letztjährige Festival an, indem wir vom Genuß des Essens unter die polierte Oberfläche der gentrifizierten City in die Kanäle des städtischen Verdauungssystems abtauchen; wir erkunden im Untergrund das Verdrängte, Verstaute, Unverdaute: Was unter uns ist und niemand wissen will; was jeder braucht und niemand beim Namen nennt: Sound ist unser implizites Medium, diese Dinge zutage treten zu lassen.

Festival for Applied Acoustics Therese Schuleit

Mit der Neugierde der mikroskopischen Ertastung und dem durch Reibung erzeugten Spannungsfeld zwischen Innen- und Außenwelt werden neue Aspekte unserer Umwelt entlüftet, konkretisiert und als bewusste Wahrnehmung recycled. Klang und Noise, digitales und analoges wird zum Verbindungsglied zwischen menschlichen Handeln und Materialien als Verdauungsweg von Wahrnehmung und schlussendlich als prozessorientiertes Format für die Klangerzeugung und die künstlerische/musikalische Praxis genutzt. So wird die menschliche Handlung im städtischen Raum zum Material der Klangerzeugung und Stethoskop für die erweiterte Wahrnehmung. Das Festival versteht sich als Formgebung einer sonst als spurenlos verstandenen Wahrnehmung: dem Hören.
Es verbindet Konzerte, Installationen, Interventionen und Theorie und öffnet verschieden Verständnismöglichkeiten die Tür zur akustischen Kunst und deren Materialien: für Studierende der Partneruniversitäten als Seminarschwerpunkt öffentlich präsentierten Projekten, und für Besucher als Festivalwoche an aufregenden Orten der Stadt und eine Öffentlichkeit, die sich vielleicht gar nicht bewusst ist, dass sie gerade ein Konzert besuchen.

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Installationen tägl. 17-12h, Sa. 11.6. ab 14h

“IB:SC” HONF : Aus religiösen Gründen ist der öffentliche Konsum von Alkohol in Indonesien verboten. Dies steht im kulturellen Widerspruch zur traditionsbehafteten Herstellung von Alkohol innerhalb der verschiedenen ethnischen Gruppen. Intelligent Bacteria – Saccharomyces cerevisiae ist akustisch-performative Installation und künstlerisches Forschungsprojekt zugleich. Inhaltlich reagiert es auf die hohe zahl von Vergiftungen und Todesopfern, die die illegale, nicht sterile Alkoholherstellung in Indonesien zu verantworten hat. Große Teile der Bevölkerung produzieren unwissentlich giftigen, ungenießbaren Methanol, denn traditionelle und moderne Fermentationstechnologien müssen korrekt angewendet werden, damit am Ende sicherer, trinkbarer Alkohol heraus kommt.
Das Projekt ist eine kollaborative Arbeit, die Kunst und Biotechnologie vereint: Mithilfe von DIY und Open Source-Technologien soll der öffentlichkeit der Umgang mit Alkohol wieder näher gebracht werden, indem die Installation u.a. zeigt, wie man auf sichere und kostengünstige Weise vom Reichtum tropischer Früchte, die ja zu alkoholischen Getränken fermentiert werden können, profitiert.

“make it audible – situative research” Lukas Vogel IMM: Die wenigen Orte, an denen die “Eingeweide” einer Stadt das Tageslicht erblicken, fallen uns meist gar nicht auf. Während des Festivals werden solch Orte ausfindig gemacht, erforscht und mit diverser Elektronik hörbar gemacht. Im Laufe der Woche entwickeln sich Einblicke und Aufdeckungen in unsichtbare Strukturen in und um das Kino entstehen.

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“Paketzentrum47” Lukas Truniger IMM Die Mehrkanal-Klangskulptur Paketzentrum47 ist von den Nachforschungen über Vertriebswege, Herstellung und materieller Zusammensetzung eines Laptops inspiriert. In diesem Prozess wurden die Ausgangselemente der Arbeit gefunden: -Verpackungsmaterialien von Unterhaltungselektronikartikeln -Bilder von den Rohstoffen, die für die Herstellung eines Laptops gebraucht werden -die Aufnahme eines Mini-Recorders, der im laufenden Betrieb verschickt wurde Diese leicht und im Überfluss verfügbaren Bestandteile werden zu einer audiovisuellen, recyclierbaren Installation zusammengefügt, um den einzelnen Elementen eine neue
Funktion zu geben. http://vimeo.com/21232732 .

“Braindead – eine 13 Kanal-Installation” von Yi-Ling Lam, KHM: Der ultimativ-trashige Film “Braindead” (1992) von Peter Jackson, ist bundesweit beschlagnahmt, doch erfuellte er alles, was das Kino-Herz begehrte: von Action bis Love Story ueber Horror und das alles komplett als Comedy. Was in der Installation übrig bleibt ist eine gekippte Kinosituation, vor sich hin vegetierende Lautsprecher in einem verlassenem Kinosaal. Yi-Ling Lam’s Arbeit fokussiert sich auf Performances, Konzerte mit Klavier & Live-Elektronik, intermediale Installationen als auch Filmmusik.

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Mr. Monodread & The League of Autmatic Radios ist eine Auskopplung des IMM Rundfunkorchesters aus Düsseldorf. In einer installativen Performance werden manipulierte Radios über DIY Controller-Schnittstellen in einem Computer-Netzwerk zu einer radiophonen Gesamtcollage verbunden. Durch die Verschmelzung analoger Klangproduktion und Radiotechnik, digitaler Netze und Hardware-Programmierung entsteht ein Gefüge aus Technologien, die fast ein ganzes Jahrhundert umspannen. Was ist das Verhältnis zwischen Medien, Konsumenten und Autoren? Das Ensemble versucht, auf spielerisch/musikalische Weise zu Antworten zu gelangen – durch eine improvisierte Klangkunstperformance für ein wahrhaft “radiophones” Orchester: die Sendung wird zum Instrument. Spielzeiten mit Jonas Hummel: Mo. 18:30 Uhr, Di. 18:30 Uhr, Do. 18:30 Uhr, Fr. 18:30 Uhr .

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“Active und Active Ver 2.0” Jongwon Choi KHM Wenn zwei Elemente aufeinandertreffen entstehen Restprodukte, Überhangsprodukte, gegenseitige Verdauung oder Verlobung. Jongwon Choi erforscht dieses Aufeinandertreffen von Sound, Wasser und Laser. Das was dabei produziert wird, heißt den Besucher des UFA Palasts willkommen.
“Interference” Sang Jun, Yoo Irgendwo zwischen all der verschiedenen Bedeutung und unendliche Vielfalt von Informationen über die Erde, will das Gehirn wahrnehmen oder erleben bestimmtenSache. Es bezieht sich nicht nur körperliche Strukturen der menschlichen den Eingang, sondern auch die endlose Bewegung in Richtung der betrachteten Situation. Human eigenen Perspektiven sind ständig durch endlose Begegnungenbestritten. Und die Zeit ist begrenzt auf unbegrenzte mögliche Interpretation zu erforschen. Es ist jedoch nicht zu einem Verlust an Informationen in unserer Erfahrung ist es gerade nicht zu entdecken. Durch aufschlussreich eigenen Interesse zu einer Kreuzung an Modularität, die angezeigt wird angetroffen Zugang, konnten wir erkunden den Weg der eigenen Perspektive und zum anderen.

“Hans Richter – Rhythmus 21” Gerarld Schauder KHM Der abstrakte Stummfilm “Rhythmus 21” von Hans Richter (1921) wird mit Hilfe von Ton auf einem Oszilloskop angezeigt. Der zu hörende Stereoton wurde dafür programmiert – durch die Analyse des Tones wird der Film direkt auf einem Ozilloskop erzeugt. Die gezeigte Skulptur entspricht dann wiederum der dreidimensionalen Darstellung eines Standbildes aus “Rhythmus 21”.

Festival for Applied Acoustics Therese Schuleit

4 Klassen audiovisueller Künste aus Berlin, Prag, Düsseldorf & Köln, 7 Tage Sonntag bis Samstag, ehem. Großraumkino aus den 30ern, inmitten der Wochenend-Ausgeh-Großraumdisko-Promenade Kölns,

Artists: Bungjun Kwon (KR), Cem Güney (TR), Dirk Specht (D), Davide Tidoni (IT), Ephraim Wegner (D), Franziska Windisch (D),
House of Natural Fiber (ID), Jan-Kees van Kampen (NL), Jeffrey Boynton (US), Joker Nies (D), Georg Dietzler (D), hans w. koch
(D), Julian Rohrhuber (D), Matthias Mainz (D), Micha Thies (D), Miki Yui (JP), Valentina Vuksic (CH), Lukas Truniger (D), Tobias
Grewenig (D)

Supervisors: Echo Ho (KHM, Köln), Hannes Hölzl (IMM, Düsseldorf), Alberto De Campo (UdK, Berlin), Martin Blazicek (FAMU,
Prag), Therese Schuleit (Artists, Festival & Location)

Students: Auriel Martin Reich, Barbora Námerová, Barbora Svarcová, Constantin Engelmann, Dennis Jüngel, Dominik Hildebrand,
Fabian Scharpf, Henrik Plünnecke, Pengyu Huang, Ida Clay, Jonas Hummel, Jong Won Choi, Kalong, Karin Lustenberger,
Katerina Bílková, Katharina Hauke, Laura Popplow, Lukas Vogel, Mona-Jean Cedar, Nadja Krüger, Natalia Fentisova, Peter
Thoma, Petja Ivanova, Renate Wieser, Sascha Hanse, Sang Jun, Yoo, Sara Lopes, Tina Wilke, Tobias Purfürst, Das Translokale
Rundfunkorchester, Yi-Ling Lam, kabelton

363-36367-06Festival for Applied Acoustics

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